Mittwoch, 6. August 2014

Manchmal gibts so Tage...


Hallo zusammen,
manchmal da hat man so Näh-Tage... Da klappt einfach mal GARNIX! Wenn der Schnitt zich mal beim Pausen verrutscht... Wenn man zu spät merkt, dass der Unterfaden seit geraumer Zeit schon leer ist und das grad genähte Teil einfach so auseinanderfällt... Wenn man glücklich die fertige Kissenhülle wendet und festellen muss, dass man die Teile Rechts auf Links zusammengenäht hat... Wenn man nach ewig langem rumprobieren, den geplotterten Schriftzug entgittert und feststellt, dass man vergessen hat, die Schrift vorher zu spiegeln... Und natürlich war das auch der letzte Fitzel Flexfolie in der perfekt passenden Farbe!!!!! Hachja, an solchen Tagen sollte man am besten einfach still und heimlich alles liegen lassen und die Tür zum Nähstübchen für ein paar Stunden bis Tage hinter sich schliessen und mit klarem Kopf wiederkommen.

An grad so einem Tag habe ich mir vorgenommen, eine neue "Amia" von Kibadoo in der Kleidversion fürs Kind zu nähen. Eine Hochzeit stand an und da lag auch dieses tolle Stöffchen von Cherry Picking rum... alles perfekt. Die kurze Amia habe ich ja auch schon einmal genäht, durfte also nix schief gehen. Also alles zugeschnitten, Bänder zurechtgelegt, angefangen alles zusammen zu nähen. Lief prima und in Rekordzeit. Ich hab ja letztens erwähnt, dass ich raffen absolut HASSE. Und da die "Amia" am Vorder- und Hinterteil gerafft werden muss und das nicht zu knapp, hab ich diese unliebsame Aufgabe flott hinter mich gebracht.
Schrägbänder dran, Rückenträger dran, alles festgenäht, auf den Bügel gehängt... und dann mit Tränen in den Augen festgestellt, dass die Raffung viiiiieeeel zu eng ist, sodass noch nichtmal ein kleiner Dickkopf durch die Öffnung passt. 

Kennt ihr das, wenn man grad seinen Fehler bemerkt und man einfach nur rufen möchte "NEEEE ODER!? NEEEEE?!! NEINNEINNEIN!!!" Ich glaube, mich hat man bis in die Nachbarhäuser gehört. Also, das Ding in die Ecke geschleudert, Licht aus, Tür zu, ich bin weg!

Am nächsten Tag war der Nahttrenner mein Arbeitsgerät Nr. 1. ALLE Nähte nochmal auf und fast von vorne nochmal angefangen... Nach nochmal 1,5 Std Arbeit hat sie gepasst wie angegossen und ich hab das Kleidchen nochmal retten können. Jetzt fehlten nur noch schöne Tragefotos. Also Kind, Hund und Kamera eingepackt und an unsere Lieblingsstelle gefahren. Prima, Kind einigermaßen in Fotolaune, Wetter könnte nicht schöner sein... los gehts. KLICK, KLICK, KLICK... Nach zich schönen Motiven, schau ich auch mal auf die Fotovorschau und denk mir wieder "NEEEE ODER!?!?!? NEEEEEE!!!"  Komplett überbelichtet!!! 

In solchen Momenten sollte man kurz mal die Augen schliessen, tief ein- und ausatmen und sich denken "Alles wird gut, jetzt nur nicht ausflippen". Einstellungen korrigiert, sich wieder in Position begeben, die ca. 40 überbelichteten Fotos in den Müll geworfen, dem kleinen Model kurz Anweisungen gegeben und ein motziges "Nein, keine Lust mehr, will heim" zurück bekommen... Jetzt heisst es, gaaanz ruhig bleiben, sonst verschreckt man das Kind für Fotoaktionen auf Lebenszeit!
Kurz bevor ich explodiert bin, hat der Bestechungstrick gezogen und es sind doch noch ein paar nette Tragefotos entstanden. Bedingung Nr. 1 dafür: Nur mit Katzenohren auf dem Kopf! Das war mir dann in dem Moment auch sowas von Wurscht.










Und was lernt man aus solchen Momenten?
1. Besser die Raffungen ausmessen
2. Kameraeinstellungen entweder VOR dem Fotografieren oder nach dem ersten Foto checken
3. Alles nicht so ernst zu nehmen, denn es gibt weitaus Schlimmeres als ein verpatztes Nähteil oder schlechte Fotos. Es ist nur ein Stück Stoff, auch wenn es Zeit gekostet hat... Mir ist weitaus wichtiger, dass der Inhalt des Kleidchens gesund und munter über die Wiese hüpfen kann.
In diesem Sinne, passt auf eure Familien auf, genießt die Zeit zusammen und lasst Euch nicht von so unwichtigen Dingen wie schiefen Nähten und verrutschten Schnitten ärgern!:)

Liebe Grüße
Magda